Jeder kennt das leidige Thema Versicherung. Niemand beschäftigt sich gerne damit, noch zahlt man gerne Geld dafür. Jedoch ist eigentlich jedem bewusst, dass es nicht ohne geht. Ob es nun eine private Haftpflichtversicherung, eine Autoversicherung oder die Gebäudeversicherung ist. Häufig hören wir auch Aussagen wie „Langsam muss ich da ja auch mal was rausbekommen“.

Nun ja, wer einen Versicherungsvertrag aus der Sach- oder Haftpflichtversicherung als Sparanlage betrachtet, wird sicherlich häufig enttäuscht werden.

Wir widmen uns diesem Thema, weil es wichtig ist, dass unsere Kunden eine realistische, sensibilisierte Erwartungshaltung an den Versicherungsmarkt haben, um unnötigen Enttäuschungen vorzubeugen.

Grundsätzlich ist der Versicherungsmarkt in vielen Sparten in einer Problemphase angelangt. Viele Jahre war man vornehmlich darauf konzentriert, möglichst viele Kunden zu gewinnen, egal zu welchem Preis. Heute kommt die Rechnung dafür.

Ein Beispiel:

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde vielerorts Wiederaufbau betrieben. Damals wurde dies staatlich gefördert und selbstverständlich nur qualitativ hochwertiges Material verbaut, gemäß dem gewohnt hohen deutschen Qualitätsstandard.

Allerdings sprechen wir hier von der Nachkriegszeit. Die meisten Häuser in den Städten stammen aus dieser oder sogar noch früheren Zeit. Verbaut wurden vielerorts Blei- und Kupferrohre. Was damals nicht unbedingt berücksichtigt wurde bzw. nicht anders möglich war: Diese Rohre haben eine Lebensdauer von durchschnittlich 50 Jahren. Der aufmerksame Leser wird merken, dass wir dann bei Ablauf der Lebensdauer in der Gegenwart, näher betrachtet zu Beginn der 2000er angekommen sind. Diese Jahre waren sehr von Schäden im Bereich der Rohrbrüche geprägt. Die Gebäudeversicherungen haben nur mit Mühe der Versichertengemeinschaft diese Kosten erstatten können und fahren im Rahmen der Gebäudeversicherung seit über einem Jahrzehnt nur noch Verluste ein. In der Regel gilt die Faustformel: Für jeden eingenommenen Euro im Bereich der Gebäudeversicherung, müssen 1,20 € wieder ausgegeben werden. Ein Geschäft, das kein Kaufmann der Welt betreiben möchte. Allerdings wäre es auch ein immenser Imageverlust, wenn ein großer Versicherer seine Gebäudeversicherung einstellt.

Also werden diese über weitere Sparten subventioniert. Mittlerweile sind wir ja aber in regierenden Zeiten der EU angelangt. Dass heißt, die deutsche Versicherungswirtschaft ist auch Richtlinien und Verordnungen Brüssels ausgeliefert.

Dies führt dazu, dass in diesem Jahr die größte Herausforderung für die Versicherungswirtschaft in Kraft gesetzt wird: Solvency II! Einfach gefasst besagt diese, dass jede Versicherungssparte für sich selbst ertragreich sein muss. Sofern ein Risikoträger dies über einen mittelfristigen Zeitraum nicht bewerkstelligen kann, ist er gezwungen, diese Sparte einzustellen.

Was genau heißt das jetzt für Sie? Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Versicherer verlustproduzierende Sparten an den Preisbedarf anpassen werden. Mittlerweile kommt es immer häufiger vor, dass die Versicherer Änderungskündigungen im Rahmen der Gebäudeversicherung aussprechen.

Dies ist eine Kündigung des Versicherungsvertrages seitens der Versicherer, es sei denn, das Änderungsangebot, mit Zuschlägen von bis zu 100 % der Grundprämie, wird angenommen.

Im Grundsatz heißt es einfach, Versicherungsprämien werden weiterhin im Wettbewerb verglichen, jedoch muss die Erwartungshaltung der Verbraucher an die Realität angepasst werden und es wird versichererseits kein Preiswettkampf in gewohntem Maße stattfinden.

Daher möchten wir Sie, im Allgemeinen dafür sensibilisieren, über eine Bereitschaft nachzudenken, kleinere Schäden selbst zu tragen und von der Versicherung – als Existenzschutz – Gebrauch zu machen, wenn dieser tatsächlich erforderlich ist. Die Bereitschaft der Akzeptanz von Selbstbeteiligung wirkt sich in der Regel zudem auch positiv auf die Prämiengestaltung aus und ermöglicht Ihnen einen preiswerten Schutz. Andernfalls ist davon auszugehen, dass der Markt sich selbst bereinigen wird und Kunden mit hoher Schadenauffälligkeit im Ernstfall keinen Versicherungsschutz mehr erhalten können. In der Praxis bestätigt sich dies und wir müssen immer wieder feststellen, dass wir unseren Kunden häufig leider keinen Versicherungsschutz mehr anbieten können.

Wir stehen Ihnen allerdings immer zur Seite! Auch wenn der Markt und das damit verbundene Angebot in schweren Zeiten nicht besonders attraktiv ist, arbeiten wir stets daran, für Sie die besten Lösungen zu finden und entwickeln hierfür auch im Bedarfsfall maßgeschneiderte Spezialkonzepte oder eigens konzipierte Produkte.

 

Ihr Ansprechpartner: Andreas Geis